Soziale Systeme bei Niklas Luhmann
Der deutsche Soziologe Niklas Luhmann hat in seinem Hauptwerk "Soziale Systeme" ([Luhmann1984], wenn nicht anders angegeben, beziehen sich alle Zitate in diesem Abschnitt darauf) versucht, die Autopoiesis' Maturanas und Varelas auf soziale Bereiche anzuwenden. Wesentlich dabei ist der Begriff "Selbstreferentialität":
Luhmann faßt die Autopoiesis dabei im Begriff der Selbstreferentialität. Klassische autopoietische Systeme der Biologie, die von Maturana und Varela beschrieben worden sind, gelten ihm dabei nur mehr als "basal" selbstreferentiell, denn autopoietische Reproduktion "heißt nur: Produktion aus Produziertem; und im Falle der autopoietischen Systeme besagt sie, daß das System sich mit der gerade aktuellen Aktivität nicht beendet, sondern weitermacht" (S. 233).
An Maturana kritisiert Luhmann, daß dieser soziale Systeme als lebendige Systeme sehe, da er sie als eine Ansammlung interagierender lebendiger Systeme betrachte. Aus einer Kollektivität lebender Systeme könne jedoch nicht prinzipiell auf das Lebendigsein der kollektiven Einheit geschlossen werden. Wie in Abschnitt 2.7. gezeigt werden wird, sieht Maturana soziale Systeme aber eher als "konservativ", denn autopoietisch oder lebendig.
Eine Ausdifferenzierung eines Systems hält Luhmann nur für möglich, wenn das System bei der Konstitution seiner Elemente und seiner Elementaroperationen auf sich selbst Bezug nimmt, d.h. daß die Selbstkonstitution des Systems laufend reproduziert wird. Das Selbst, auf das Bezug genommen wird, könne entweder aus den Elementen, der Einheit des System oder Operationen des Systems bestehen (Vgl. S. 25). Dazu, so Luhmann, muß ein derartiges System eine Beschreibung von sich selbst erzeugen und benutzen. Bedingungen für diese Selbstreferentialität sind demnach eine Selbstbeschreibung des entsprechenden Systems und eine Differenz von System und Umwelt.
Unter der Selbstbeobachtung eines Systems versteht Luhmann, daß es zu einer Einführung der System/Umwelt-Differenz in das System kommt. Es kann somit diese Entscheidung selbst handhaben, wird sich über seine eigene Stellung, seine eigenen Grenzen und Differenzen "bewußt". Alle sozialen Systeme können sich laut Luhmann zumindest in einer primitiven Weise selbst beobachten (S. 618).
Luhmann unterscheidet nun die folgenden 3 Formen der Selbstreferenz:
1. Basale Selbstreferenz:
davon wird gesprochen, "wenn die Unterscheidung von Element und Relation zu Grunde liegt" (S. 600). Das sich referierende Selbst ist hier also ein Element, "im Falle sozialer Systeme eine Kommunikation" (ebd.). Ein System produziert demnach die Elemente, aus denen es besteht, mittels der Elemente, aus denen es besteht. "Ein System kann man als [basal, Anm. CF] selbstreferentiell bezeichnen, wenn es die Elemente, aus denen es besteht, als Funktionseinheiten selbst konstituiert und in allen Beziehungen zwischen diesen Elementen eine Verweisung auf diese Selbstkonstitution mitlaufen läßt, auf diese Weise die Selbstkonstitution also laufend reproduziert" (S. 59). Die Elemente nehmen dabei also auf sich selbst Bezug, um sich selbst zu reproduzieren.
Die basale Selsbtreferenz gilt Luhmann als Mindestform der Selbstreferenz, ohne sie sei keine autopoietische Reproduktion möglich. Basal selbstreferentielle Systeme, so Luhmann, sind immer geschlossen in dem Sinn, daß sie "ihre eigenen Elemente und damit auch ihre eigenen Strukturänderungen selbst produzieren" (S. 478).
2. Prozessorale Selbstreferenz / Reflexivität:
Davon spricht Luhmann, "wenn die Unterscheidung von Vorher und Nachher elementarer Ereignisse zu Grunde liegt" (S. 601). Reflexivität bedeutet für ihn dabei, daß bei der prozessoralen Selbstreferenz das sich referierende Selbst ein Prozeß ist. Ein Prozeß entstehe durch eine Vorher/Nachher-Differenz. Kommunikation sei i.d.R. ein Prozeß. Reflexivität können wir uns konkret als eine Art Meta-Kommunikation, als einen Kommunikationsprozeß über den Kommunikationsprozeß, vorstellen. Reflexivität spiele sich immer in der Form "Selektion von Selektionen" (S. 610) ab. D.h., daß Selektionen zeitlich aufeinander aufbauen, aneinander anschließen. Bei der Kommunikation über Kommunikation müßten zumindest "flüchtige Bezugnahmen auf die Kommunikation" kommuniziert werden. Beispielsweise in der Form "Wenn ich sie richtig verstanden habe, dann meinen sie..." oder "Meinen sie damit..."..
Reflexive Prozesse gelten bei Luhmann als potentiell strukturverändernd. Als Beispiel für Reflexivität nennt er "reflexive Macht" (Vgl. S. 615): dies sei ein Prozeß, bei dem Macht auf Macht angewandt wird, was voraussetzt, daß ein Machtverhältnis vorhanden ist, das eine Anschlußreaktion auslösen kann. Dies heißt dann aber, so Luhmann, auch die Wahrnehmung einer zeitlichen Vorher/Nachher-Differenz durch einen Beobachter.
3. Reflexion:
Davon spricht Luhmann, "wenn die Unterscheidung von System und Umwelt zu Grunde liegt" (S. 601). Es handelt sich hier um eine Systemreferenz, das sich referierende Selbst ist ein System. Die Differenz von System und Umwelt wird in das System eingeführt. Nur in so einem Fall kann bei Luhmann von einer "Systemreferenz" gesprochen werden. Basale und prozessurale Selbstreferenz zeichnen Systeme zwar als selbstreferentiell aus, es handelt sich aber dabei um keine Systemreferenzen.
"Es gibt Systeme mit der Fähigkeit, Beziehungen zu sich selbst herzustellen und diese Beziehungen zu differenzieren gegen Beziehungen zu ihrer Umwelt" (S. 31).
Mit dieser Basis können soziale Systeme und Gesellschaft bei Luhmann in Betracht gezogen werden:
Soziale Systeme, Interaktionssysteme, Gesellschaft und Weltgesellschaft
Es zeigt sich hier schon, daß es in der Terminologie selbstreferentieller Systeme nicht möglich ist, Individuen als die Elemente sozialer Systeme zu fassen, da ein solches System nicht selbst seine Individuen produziert. Dies ist einsichtig, wenn wir als Beispiel den Nachwuchs in einer Familie betrachten: Dieser wird durch den Akt der Zeugung von Individuen hervorgebracht und nicht durch das System Familie.
Die Elemente sozialer Systeme sind für Luhmann Kommunikationen und soziale Handlungen: "Auf die Frage, woraus soziale Systeme bestehen, geben wir mithin die Doppelantwort: aus Kommunikationen und aus deren Zurechnung als Handlung" (S. 240).
Als Funktion sozialer Systeme sieht er die "Erfassung und Reduktion von Komplexität. Sie dienen der Vermittlung zwischen der äußeren Komplexität der Welt und der sehr geringen, aus anthropologischen Gründen kaum veränderbaren Fähigkeit des Menschen zu bewußter Erlebnisverarbeitung" ([Luhmann1970], S. 116).
Als "einfache" soziale Systeme versteht Luhmann solche, die keine weitere Systembildung innerhalb des Systems vorsehen (Vgl. S. 263). Als Beispiele nennt er "Interaktionssysteme". Ein solches wird als "Sozialsystem begriffen, das unter Anwesenden entsteht" (S. 535) und auch einfach nur "Interaktion" genannt. Ein Interaktionssystem stelle Wahrnehmungsmöglichkeiten zur Verfügung und nach Watzlawick sei es darin nicht möglich, nicht zu kommunizieren. Betrachten wir als Interaktionssystem einen Kinosaal: Gegenseitige Wahrnehmung ist möglich, es kommt jedoch kaum zur Bildung weiterer Gruppen, da die Kommunikation sehr eingeschränkt ist, sich meist auf einige Worte mit den eigenen Nachbarn beschränkt.
Interaktion zeichnet sich bei Luhmann durch Wahrnehmung und Kommunikation aus, er propagiert jedoch einen Unterschied zwischen Interaktion und Gesellschaft (seinen zwei wesentlichen Beispielen für soziale Systeme): Gesellschaft sei nicht in Interaktionssysteme zerlegbar und letztere könnten nicht zum Gesellschaftssystem zusammengefügt werden.
Es kann argumentiert werden, daß die Soziologie durchwegs problemorientiert sein sollte und versuchen sollte, konkrete gesellschaftliche Probleme wie die ökologische Krise, die sich weltweit verschärfenden Unterschiede zwischen Arm und Reich, die ungleiche Wohlstandsverteilung und die damit verbundenen Probleme von Rassismus, Nationalismus und intra- und interstaatlichen Konflikten usw. deutend zu verstehen und ursächlich zu erklären. Dazu erscheint aber ein individuumsorientierter Handlungs- und Gesellschaftsbegriff notwendig, da die kausalen Zusammenhänge sozialer Probleme sowohl in Ursache als auch in Wirkung als untrennbar mit der Rolle von Individuen verbunden betrachtet werden können.
Werden Kommunikationen als die Elemente sozialer Systeme begriffen und die Menschen auf "Sensoren in der Umwelt" (S. 558) reduziert, so kann argumentiert werden, daß ein problemorientierter Ansatz unmöglich wird. Die Kritik, daß er dem Individuum eine zu geringe Bedeutung beimesse, und auf das Individuum orientierte Theorien sozialer Systeme tut Luhmann als "alteuropäisch" und "humanistische Tradition" ab.
Luhmann wendet sich dabei immer wieder gegen den "alteuropäischen Humanismus". Für die "humanistische Tradition" stehe "der Mensch innerhalb und nicht außerhalb der sozialen Ordnung. [...] Er galt als Bestandteil der sozialen Ordnung, als Element der Gesellschaft selbst. Wenn er 'Individuum' genannt wurde, so deshalb, weil er für die Gesellschaft ein nicht weiter auflösbares Letztelement war" (S. 286). Die Systemtheorie habe keine "Verwendung für den Subjektbegriff" (S. 51) und der Mensch "ist nicht mehr das Maß der Gesellschaft. Diese Idee des Humanismus kann nicht mehr kontinuieren" (S. 289).
Wesentlich sind für Luhmann Prozesse, nicht Individuen. Dies kann allerdings dazu führen, daß beispielsweise nur die Art und Weise globaler Verwertungsprozesse interessant ist, nicht die damit möglicherweise verbundene strukturelle Generierung sozialer Probleme, da dies als viel zu konkret und problemorientiert gilt und dafür Individuen in der Form von Leidtragenden in Betracht gezogen werden müssen.
Daß ein problemorientierter Ansatz nicht wünschenswert ist, gibt Luhmann auch unumwunden zu: "Die Theorie, deren Ausarbeitung wir beginnen, [...] verfolgt keinen 'social problems'-Ansatz an Hand von Stabilitätsgefährdungen oder Devianzen, exponentiellen Entwicklungen oder Kriminalität. [...] Es geht nicht um ein Anerkennungs- und Heilungsinstrument, [...] sondern zunächst und vor allem um ein analytisches Interesse" (S. 162). Dies kann als die beste Basis für die Funktionalisierbarkeit einer Theorie, deren Zentrierung auf die Stabilisierung von bestehenden Verhältnissen und den Ausschluß sozialer Veränderung betrachtet werden.
Luhmann versteht Gesellschaft als die Gesamtheit aller erwartbaren Kommunikationen und meint, daß es außerhalb des Kommunikationssystems Gesellschaft keine Kommunikationen gibt. Daher sei Gesellschaft ein geschlossenes System: "Die Gesellschaft ist ein kommunikativ geschlossenes System und kann nicht mit der Umwelt kommunizieren, sie findet dort niemanden, der ihr antworten könnte, und wenn, würde er eben dadurch in die Gesellschaft einbezogen werden" (S. 549). Er begreift Gesellschaft als das umfassende soziale System, das daher notwendigerweise keine Umwelt hat (S. 555).
Dies führt ihn zum Postulat der Existenz nur einer Gesellschaft, der Weltgesellschaft: Die Grenzen der Gesellschaft "sind durch die Gesellschaft selbst konstituiert. Sie trennen Kommunikationen von allen nichtkommunikativen Sachverhalten und Ereignissen, sind also weder territorial noch an Personengruppen fixierbar. [...] Ihre Grenzen werden von Naturmerkmalen wie Abstammung, Bergen, Meeren unabhängig, und als Resultat von Evolution gibt es dann schließlich nur noch eine Gesellschaft: die Weltgesellschaft, die alle Kommunikationen und nichts anderes in sich einschließt und dadurch völlig eindeutige Grenzen hat" (S. 557).
Die Konzeption der autopoietischen Weltgesellschaft ist nicht an nationale Grenzen gebunden ist. Wird letzteres nämlich zur System/Umwelt-Grenze, so ergeben sich je nach Definition der gesellschaftlichen Teilsysteme unterschiedliche Probleme: Werden Kommunikationen und soziale Handlungen als Elemente der Gesellschaft gesehen, so zeigt sich, daß sich die Reproduktion von Kommunikationen und Handlungen nicht national beschränken läßt. Das Internet ist das beste Beispiel dafür, daß es weltweite Anschlußkommunikationen (d.h., daß eine Kommunikation die Möglichkeit einer auf sie Bezug nehmenden Kommunikation schafft) und deren Realisierung durch Netzwerke gibt. Genauso gibt es Handlungen, die sich nicht auf einen nationalen Rahmen beschränken lassen. Das bisher Gesagte würde dabei als Argumentationsweise eigentlich schon ausreichen, da jede Kommunikation eine Handlung ist und Handlung nur über Kommunikation koordiniert werden kann. Beispiele für Handlungen, die über nationale Grenzen hinausgehen, sind z.B. interstaatliche Kriege, Embargos und Vertragsabschlüsse.
Individuen als Elemente nationaler Gesellschaften verunmöglichen einerseits einen autopoietischen Gesellschaftsbegriff, und sie müssen dann andererseits auch als die Elemente sozialer Systeme betrachtet werden, was aus einer national abgegrenzten Gesellschaft ein umfassenderes soziales System machen würde. Soziale Systeme sind jedoch nicht notwendigerweise national beschränkt, es gibt beispielsweise genügend Vereine mit weltweiter Mitgliedschaft. Ein umfassenderes soziales System wie "Verwandtschaft" läßt sich in vielen Fällen auch nicht national beschränken. Gesellschaft als ein System, dessen Teilsysteme alle nationalen sozialen Systeme sind, kann es somit auch nicht geben.
Individuen als Elemente einer national beschränkten Gesellschaft würden eine Definition der Mitgliedschaft durch Staatsbürgerschaft erfordern. Dies müßte auf Grund von Mehrfachstaatsbürgerschaften scheitern, da sich die nationalen Gesellschaften dann überschneiden könnten, was die Konzeption der nationalen Beschränktheit einer Gesellschaft überflüssig machen würde. Weiters wären Staatenlose als Elemente zu betrachten, die zu keinem System gehören. Jedes Element muß jedoch mindestens einem System zuordenbar sein, sonst kann nicht mehr von Elementen gesprochen werden. Wird x (z.B. Individuum) als Element eines Systemtyps y (z.B. Gesellschaft) definiert, so muß jedes x mindestens einem y zurechenbar sein. Eine Definition von Systemen wie Ökonomie oder Politik als Teilsysteme einer national beschränkten Gesellschaft kann z.B. eine global agierende Ökonomie nicht erklären.
Soll von Gesellschaft als einem autopoietischen System gesprochen werden, so ist die Weltgesellschaft daher geradezu eine Notwendigkeit und ermöglicht eine Definition jenseits nationaler Grenzen. Es wurde damit gezeigt, daß ein autopoietischer Gesellschaftsbegriff nur ohne einer Systemgrenze möglich ist und daß es nicht möglich ist, Gesellschaft als ein autonomes System zu konzipieren. Eine Gesellschaft überschneidet sich notwendigerweise mit sozialen Systemen ihrer Umwelt, oder es wird die Existenz von nur einer Gesellschaft in Betracht gezogen.
Eine andere Frage ist jedoch, ob es überhaupt sinnvoll ist, Gesellschaft autopoietisch zu fassen.
Wie bereits gezeigt wurde, sind Kommunikation und soziales Handeln wesentliche Begriffe für Luhmann. Es soll noch etwas näher darauf eingegangen werden:
Kommunikationen und soziales Handeln
Kommunikation heißt für Luhmann immer Beschränken, da nur von Kommunikation gesprochen werden könnte, "wenn die Änderung des Zustandes von Komplex A mit einer Änderung des Zustandes von Komplex B korrespondiert, obwohl beide Komplexe andere Möglichkeiten der Zustandsbestimmung hätten" (S. 66).
Kommunikationen können bei Luhmann als basal selbstreferentiell verstanden werden, da jede Kommunikation die Möglichkeit einer Anschlußkommunikation schafft. Jede Anschlußkommunikation zeigt demnach, daß eine vorausgegangene Kommunikation verstanden wurde. Es geht dabei also um Kommunikationen als rekursive, wechselseitige Anschlußmöglichkeiten über Verstehen (Vgl. S. 198f). Kommunikationen erlauben es Luhmann, soziale Systeme als reflexiv/prozessoral selbstreferentiell darzustellen, da - wie bereits erläutert - reflexive Kommunikation in der Form von Kommunikation über Kommunikation möglich wird. Kommunikation wirke "notwendig ausdifferenzierend" (S. 200) und ermöglicht es Luhmann somit, soziale Systeme im Kontext der Reflexion und von System/Umwelt-Differenzen darzustellen.
Dazu faßt er Kommunikation als selektives Geschehen, als dreifach selektiven Prozeß: die erste Selektion bezeichne "die Selektivität der Information selbst, die zweite die Selektion ihrer Mitteilung, die dritte die Erfolgserwartung, die Erwartung einer Annahmeselektion" (S. 196).
Dies kann so verstanden, daß Information ein Ereignis sei, "das Systemzustände auswählt" (S. 162). Wenn ich etwas in der Zeitung lese, und ich lese es im Anschluß daran nochmals, so würde Luhmann sagen, daß ich durch das wiederholte Lesen keine Information gewinne, da sich dadurch mein "Systemzustand" nicht ändert, ich erhalte also keine neue Information. Die Umwandlung von Information in Mitteilung wirke selektiv, da man/frau sich die Frage stellen muß: "Was teile ich mit?". Es muß also eine Auswahl getroffen werden. Luhmann propagiert damit eine Differenz von Information und Mitteilung.
Die 3. Selektion meint, daß eine Mitteilung beim Empfänger erfolgreich sein kann oder nicht, sie wird angenommen oder abgelehnt. Eigentlich gäbe es aber auch noch eine 4. Selektion, jene des Verstehens. Information und Mitteilung kann ja niemals einen vollständig objektiven Charakter haben, da jeder Empfänger sie anders auffassen, deuten und interpretieren kann.
Unter Handlung versteht Luhmann Zurechnungsprozesse auf ein System: "Handlungen werden durch Zurechnungsprozesse konstituiert. Sie kommen dadurch zustande, daß Selektionen, aus welchen Gründen, in welchen Kontexten und mit welchen Semantiken ('Absicht', 'Motiv', 'Interesse') immer, auf Systeme zugerechnet werden" (S. 228). Es kann die Meinung vertreten werden, daß Luhmann den Handlungsbegriff damit entindividualisiert und entpsychologisiert. Er sagt selbst, daß dieser Begriff die Psyche außer Acht lasse (ebd.). Handlungen können also demnach bei Luhmann nicht psychisch erklärt werden, Handlung kann nicht auf "konkrete Einzelmenschen" zugerechnet werden (S. 229). Psychische und soziale Systeme sind für Luhmann völlig überschneidungsfrei.
Es kann der Eindruck entstehen, daß durch diesen Handlungsbegriff sozialer Wandel durch individuelles Handeln aufgrund psychischer Erfahrungen, die durch Ereignisse in der Umwelt eines Menschen perturbiert werden, von vornherein ausgeschlossen werden. Für einen Kommunikationsprozeß können sowohl körperliche als auch psychische Operationen mehrerer Individuen als notwendig betrachtet werden. Das heißt dann: Menschliche Kommunikation ohne psychische Prozesse ist nicht möglich.
Luhmann will einerseits "Sprachlichkeit nicht zur Definition des Kommunikationsbegriffes verwenden" (S. 208), andererseits ist eine dreifache Selektion ja nur über Sprache möglich, d.h. Sprache (und dies muß nicht notwendigerweise eine sein, die verbal geäußert wird, sondern darunter fällt genauso Nonverbalität, Mimik, Gestik, Zeichensprache, Blindensprache, usw.) wird zum Medium kommunikativen Verstehens, denn sie ist für Luhmann "Medium, das das Verstehen von Kommunikation weit über das Wahrnehmbare hinaus steigert" (S. 220). Intention und Umsetzung dieser Theorie erscheinen also kontradiktorisch, "man kann nicht wie Luhmann beides zugleich wollen: Einen Begriff der gesellschaftlichen Kommunikation unter Abstraktion von Sprache versprechen und doch diesen Begriff unter der stillschweigenden Voraussetzung von sprachlicher Kommunikation definieren" ([Krüger1993], S. 77).
Als eine spezieller Form eines sozialen Systems betrachtet Luhmann eine Organisation:
Als Organisation gilt bei Luhmann ein soziales System, das als systembildende Operation Entscheidungen hat. Entscheidungen sind dabei besondere Kommunikationsformen, es gibt mehrere mögliche Kommunikationen, eine davon wird selektiert, wobei jedoch auch eine andere Entscheidungsmöglichkeit gegeben wäre. D.h., daß es dabei zumindest zwei Alternativen geben muß. Entscheidungen könne es nur geben, wenn an Handlungen gerichtete Erwartungen vorliegen, "wenn und soweit die Sinngebung einer Handlung auf eine an sie selbst gerichtete Erwartung reagiert" (S. 400).
[Martens1997] kritisiert an Luhmanns Organisationsbegriff, daß in einem Betrieb, der als Organisation aufgefaßt wird, eine Unterscheidung von technischem und sozialem Handeln nötig sei, Luhmanns Konzeption reduziere Kommunikation allerdings auf einen sozialen Teil (Vgl. [Martens1997], S. 274).
Wesentlich für Luhmann ist auch, daß unsere heutige Gesellschaft eine hochgradig ausdifferenzierte sei:
Funktionale Differenzierung, Leitdifferenzen und Kommunikationsmedien
Er spricht von einer Ausdifferenzierung der Gesellschaft seit dem 19. Jahrhundert, als Beispiele nennt er die Industrialisierung in der Ökonomie und Wohlfahrtsstaat sowie Demokratisierung in der Politik (Vgl. S. 518f). Gesellschaftliche Teilsysteme gelten ihm demnach als funktional differenziert, jedes bearbeite ein spezifisches Problem und habe eine Leitunterscheidung, an der sich die Kommunikationen des Systems orientieren. "Alle Selektion setzt Einschränkungen (constraints) voraus. Eine Leitdifferenz arrangiert diese Einschränkungen, etwa unter dem Gesichtspunkt brauchbar/unbrauchbar, ohne die Auswahl selbst festzulegen" (S. 57). Darunter versteht Luhmann also eine Art binärer Code wie z.B. im Rechtssystem Recht-Unrecht, in der Wissenschaft wahr-unwahr. [Martens1997] kritisiert daran, daß sich ein Teilsystem an mehreren Leitunterscheidungen orientiere, das soziale System Krankenhaus müsse sich beispielsweise mit vielfältigen Fragen nicht nur aus dem Gesundheitsbereich, sondern auch aus Technik, Sozialwesen, Betriebswirtschaft, Chemie, Jura usw. auseinandersetzen (Vgl. [Martens1997], S. 304). Daher Martens von der Dominanz einer Leitunterscheidung in einem Teilsystem. Durch die funktionale Ausdifferenzierung entstehe ein "hoher Grad interner Autonomie" (S. 279). In Abbildung 2.3. sind die gesellschaftlichen Teilsysteme bei Luhmann mit ihren jeweiligen binären Codes dargestellt.

Abb. 2.3.: Gesellschaftliche Teilsysteme und ihre binären Codes
bei Luhmann
Wie können jedoch als autonom aufgefaßte gesellschaftliche Teilsysteme einen Umgang mit globalen Problemen, die alle Teilsysteme betreffen, bieten? Ein adäquater Umgang mit gesamtgesellschaftlichen Problemen, die zweifellos existieren, ist nur jenseits der Grenzen funktional differenzierter Teilsysteme vorstellbar. Eine reine Orientierung auf spezifische Fragen und nicht auch auf die Gesellschaft als Ganzes, erweckt den Eindruck einer Reduktion der Kausalität. Dabei erscheint dann beispielsweise Umweltverschmutzung als ein rein ökologisches Problem.
"Als symbolisch generalisiert wollen wir Medien bezeichnen, die Generalisierungen verwenden, um den Zusammenhang von Selektion und Motivation zu symbolisieren, das heißt: als Einheit darzustellen. Wichtige Beispiele sind: Wahrheit, Liebe, Eigentum/Geld, Macht/Recht; in Ansätzen auch religiöser Glaube, Kunst und heute vielleicht zivilisatorisch standardisierte 'Grundwerte'" (S.222). Luhmann sieht Kommunikationsmedien also nicht in einem nachrichtentechnischen Sinn, sondern als generalisierte Symbole, die in Kommunikationen verwendet werden, um die Ablehnungswahrscheinlichkeit der Kommunikation zu vermindern. Sie sollen die "Befolgung des Selektionsvorschlages" hinreichend sicherstellen und sind für die Akzeptanz gewisser Codes zuständig.
Luhmann propagiert die Wirkungsweise eines Mediums in jeweils einem gesellschaftlichen Teilsystem. Geld sei das auf die Ökonomie spezialisierte Medium, "alle Operationen, die wirtschaftlich relevant sind, und nur Operationen, die wirtschaftlich relevant sind, nehmen auf Geld Bezug" (S. 625). Der Elementarvorgang dabei seien Zahlungen. Das spezifische Medium der Politik sei Macht, es gebe aber auch "Funktionssysteme" wie die Erziehung, die keine eigenen Medien hätten (Vgl. S. 627ff).
Luhmanns Thematisierung von Macht und Geld als Kommunikationsmedien kann den Eindruck erwecken, daß disziplinierend wirkende Mechanismen auf Ablehnungswahrscheinlichkeiten und Kommunikation reduziert werden, daß bestehende soziale und ökonomische Verhältnisse als irrelevant erscheinen und daher Herrschaft und Disziplinierung aus dem verwendeten Theorievokabular gestrichen werden sollten.
Darunter sind bei Luhmann Beziehungen zwischen Systemen zu verstehen. Penetration wird dabei so gefaßt, daß ein System seine eigene Kommunikation zum Aufbau eines anderen Systems zur Verfügung stellt. Interpenetration liegt vor, "wenn dieser Sachverhalt wechselseitig gegeben ist" (S. 290). Systeme bringen dabei also wechselseitig ihre Kommunikation ineinander ein. Es komme dabei nicht einfach zur Überschneidung der Elemente, sondern zu wechselseitigen Beiträgen zur Konstitution der Elemente, die eine Überschneidung der Elemente zur Folge haben. Interpenetration ist bei Luhmann also ein Verhältnis autopoietischer Systeme, jedes Ingangbringen von Kommunikation setze Interpenetration voraus (siehe S. 294) und Evolution sei nur durch Interpenetration möglich.
Ein weiterer wichtiger Begriff ist für Luhmann die Komplexität.
Komplexität und Komplexitätsreduktion
Luhmann sieht die Umwelt eines Systems komplexer als das System selbst, wobei er als komplex "eine zusammenhängende Menge von Elementen" bezeichnet, "wenn auf Grund immanenter Beschränkungen der Verknüpfungskapazität der Elemente nicht mehr jedes Element jederzeit mit jedem anderen verknüpft sein kann" (S. 46).
"Von Reduktion von Komplexität sollte man dagegen in einem engeren Sinne immer dann sprechen, wenn das Relationsgefüge eines komplexen Zusammenhangs durch einen zweiten Zusammenhang mit weniger Relationen konstruiert wird" (S.49). Die Reduktion von Komplexität avanciert für Luhmann zu einer Art alleserklärenden Weltformel: Soziale Systeme erfassen und reduzieren Komplexität, Vertrauen ist ein Mittel zur Reduktion von Komplexität, Information reduziert Komplexität, Handeln erfordert Komplexitätsreduktion, Systemdifferenzierung bedeutet Komplexitätsreduktion für Teilsysteme und Steigerung der Komplexität für das Gesamtsystem, Komplexität reduziert Komplexität usw.
Wesentlich für das Zustandekommen sozialer Systeme betrachtet Luhmann die sogenannte "doppelte Kontingenz":
Das Problem der doppelten Kontingenz
Die Handlungen einer Person im Umgang mit einer anderen sind an den Erwartungen dieser anderen orientiert. "Ich denke, daß er erwartet, daß ich jetzt x mache. Wie verhalte ich mich jetzt? Mache ich x oder y?". Dies gilt in einem doppelten Sinn, nämlich auch aus der Sicht der anderen Person. Der Begriff der doppelten Kontingenz geht auf Talcott Parsons (über Parsons siehe Abschnitt 2.4.) zurück. "Parsons geht davon aus, daß kein Handeln zustande kommen kann, wenn Alter sein Handeln davon abhängig macht, wie Ego handelt und Ego sein Verhalten an Alter anschließen will" (S. 149). Wenn eine Person etwas sagt, dann kann sie nie sicher sein, was und ob eine andere darauf antwortet. Das Problem der doppelten Kontingenz besteht im Einlassen auf eine wechselseitige Zufälligkeit, der Sinnhorizont der jeweils anderen Person bleibt für die eine Person unzugänglich.
Parsons Lösung besteht darin, daß er meint, die Individuen orientierten sich an generalisierten und bedeutungsstabilen Symbolen. Luhmann argumentiert behavioristisch, daß die beiden Individuen nichts voneinander wissen und daher als Black Boxes zu betrachten wären, die "Weisheit" erzeugen, "wenn sie aufeinandertreffen, jedenfalls ausreichende Transparenz für den Verkehr miteinander" (S. 156). Und: "Soziale Systeme entstehen jedoch dadurch (und nur dadurch), daß beide Partner doppelte Kontingenz erfahren und daß die Unbestimmtheit einer solchen Situation für beide Partner jeder Aktivität, die dann stattfindet, strukturbildende Bedeutung gibt" (S. 154). "Wir nennen diese emergente Ordnung soziales System" (S. 157). Kognitive Prozesse spielen für Luhmann in einer solchen Situation anscheinend keine Rolle. Das kann als ein Grund dafür angesehen werden, daß er behavioristisch argumentiert. Es kann der Eindruck entstehen, daß für Luhmann das Problem doppelter Kontingenz als das Hauptproblem in sozialen Systemen gilt. Es kann die Ansicht vertreten werden, daß Luhmann keine konkreten gesellschaftliche (wie Armut, ökologische Krise usw.) in Betracht zieht.
Systeme verändern sich nach Luhmanns Ansicht folgendermaßen:
Luhmann versteht unter Systemdifferenzierung "nichts anderes als die Wiederholung der Differenz von System und Umwelt innerhalb von Systemen" (S.22), d.h., daß weitere System/Umwelt-Differenzen innerhalb eines Systems entstehen. Das Gesellschaftssystem habe die Funktion einer "internen Umwelt" für die Teilsysteme, Systemdifferenzierung sei ein "Verfahren der Steigerung von Komplexität" (S. 38).
Interne Differenzierung ergebe sich aus dem Prozeß autopoietischer Reproduktion, also der laufenden Neukonstitution von Ereignissen, an die angeschlossen werden kann. Reproduktion könne die "Möglichkeit bieten, im System ein neues System mit eigener System/Umwelt-Differenz zu bilden - und vielleicht ein System das länger dauern wird als das Ausgangssystem" (S. 258).
Wie genau kann dies jedoch vor sich gehen? Es gibt Ursachen einer Systembildung und einer Systemdifferenzierung. Es kann gesagt werden, daß Luhmann komplexe und heterogene Prozesse auf System/Umwelt-Differenzen reduziert.
Als ein Beispiel der Systemdifferenzierung findet sich bei Luhmann die Entstehung sozialer Bewegungen (S. 543 ff). Dabei sieht er folgende Schritte:
1. Lockerung der internen psychischen Bindungen in einem sozialen System
2. Spezifikation der Beiträge, für die Interpenetration in Anspruch genommen wird
3. Erzeugung von Effekten durch zufällig beginnende und sich selbst verstärkende
Effektkumulationen
Er spricht von "unerwarteten Aggregationen, die jenseits bestimmter Schwellen eigene Effekte auslösen: zu Stimmungsumschwüngen, Änderungen in dem Bereich, den man kollektive Mentalitäten genannt hat, und eventuell zu sozialen Bewegungen, die auch Handlungen rekrutieren können" (S. 544f). Hier werden Individuen doch wieder durch die Hintertür in die Theorie eingeführt, sind "Einzelmenschen" plötzlich stärker an ihrer "sozialen Justierung" beteiligt. Dies zeigt erneut die Widersprüchlichkeit der luhmannschen Theorie.
Daß diese "bestimmten Schwellen" häufig immer stärkere Intensivierungen von "Kontrollparametern" wie Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Diskriminierung darstellen, erscheint einleuchtend. Soziale Widersprüche und Konflikte gelten Luhmann anscheinend nicht als eine Basis der Systemdifferenzierung, sondern als "beunruhigende Erscheinungen der modernen Gesellschaft" (S. 545). Beunruhigend für wen? Geht es in der Soziologie ausschließlich um stabile Verhältnisse oder auch um soziale Veränderungen?
Als bedenklich kann auch erscheinen, daß Luhmann von einem gesellschaftlichen "Immunsystem" spricht: "Widersprüche haben dadurch, daß sie die Eliminierung von Abweichungen ermöglichen, aber nicht erzwingen, Eigenschaften, die die Entwicklung eines Immunsystems fördern" (S. 504). Das menschliche Immunsystem bildet Abwehrstoffe gegen Eindringlinge, Keime, Viren, Parasiten usw. Eine Anwendung biologischer Begrifflichkeiten in die Sozialwissenschaften erscheint kann höchst problematisch sein. Eine Einteilung in Wirte und Parasiten, vor denen die Gesellschaft also logischerweise geschützt werden muß, kann als Biologismus betrachtet werden. Wer soll hier immunisiert werden? Wovor? Und wie? Muß sich die Gesellschaft immunsieren gegen soziale Bewegungen, "AusländerInnen", sozial Deklassierte etc.? Luhmann bleibt derart abstrakt, daß viele Interpretationen möglich sind, aber gerade, daß entsprechende Interpretationen ermöglicht werden, kann als problematisch angesehen werden.
Wenn er anderswo meint: "ein Neger findet keine Unterkunft und schon stehen Organisationen und Terminologien bereit, um dem Konflikt eine allgemeine Bedeutung zu verleihen" (S. 536), so kann dies als rassistisch aufgefaßt werden und die Ansicht vertreten werden, daß dieses "schon" auch einen abwertenden Eindruck gegenüber diesen "Organisationen und Terminologien" konnotiert. Luhmann meint damit "Spezialorganisationen", "die ihre Aufgabe darin sehen, Einzelkonflikte als gesellschaftlich bedeutend auszuwählen und aufzuwerten". Diskriminierungen und soziale Ungerechtigkeiten sind für Luhmann anscheinend "Einzelkonflikte", die keiner gesamtgesellschaftlichen Thematisierung bedürfen und denen durch entsprechende Gruppen mehr Bedeutung verliehen wird, als sie eigentlich haben. Gewerkschaften, Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen usw., die inzwischen immer mehr den Charakter sozialer Ersatzinstitutionen bekommen, können somit bei Luhmann als unerwünscht betrachtet werden.
Luhmann wendet die Autopoiesis auf soziale Systeme an. Der wesentliche Begriff dabei ist die Selbstreferenz: Soziale Systeme reproduzieren demnach ihre Elemente mittels dieser Elemente selbst. Das System konstituiert also permanent seine Teile und damit sich selbst. Als Elemente gelten dabei Kommunikationen, nicht wie in anderen soziologischen Theorien Individuen, da Individuen sich im Gegensatz zu Kommunikationen nicht permanent wechselseitig reproduzieren können. Es wurde gezeigt, daß so ein Verständnis sozialer Systeme mit vielen Problemen verbunden sein kann. Vor allem zeigte sich die Gefahr, sozialen Wandel als wesentliche Kategorie der Soziologie zu unterschätzen.
Auch Humberto Maturana (zur Autopoiesis Maturanas und Varelas vergleiche Abschnitt 1.4.) hat sich mit sozialen Systemen auseinandergesetzt. Dabei hat er es als wesentlich betrachtet, ob soziale Systeme nun als autopoietische Systeme bezeichnet werden können oder nicht. Im Kontext des Abschnitts über Luhmann und des Diskurses über soziale Systeme sind seine Vorstellungen daher von Bedeutung. Eine kurze Einführung bietet der folgende Abschnitt.