Netzkulturen

 

Empirisches

Methodische Probleme

Soziodemographische Merkmale der Internetpopulation

Nutzerprofile - Klassifizierung der Nutzungsarten

Theoretisches

Soziologische Relevanz

Kultur und Subkulturbegriff

Subkulturen im Netz

Zur Geschichte

Indiz für die Existenz von Subkulturen:

Eigene Regeln - die Nettiquette

"dress for comfort"

Existierende Subkulturen

Zusammenfassung

Literatur

 

Empirisches  

Methodische Probleme

Grundlegend zur Fundierung theoretischer Annahmen sind empirische Daten. Speziell beim Thema des Internet-Nutzerverhaltens treten immer wieder Probleme bei der Erhebung repräsentativer Daten auf.

Die ersten Schwierigkeiten beginnen mit der Begriffsdefinition der Internet-Nutzer. Ab wann gilt ein Nutzer als solcher? Sobald er einen Internetzugang hat – also die technischen Voraussetzungen erfüllt sind um ins Internet zu gehen, wie es Ausgangspunkt der GfK Studie war? Benötigt er überhaupt einen eigenen PC oder genügt es die Möglichkeit zur Nutzung im Büro, bei Freunden etc zu haben, wovon die comcult/Emnid Umfrage ausgeht? Muß er das Internet regelmäßig nutzen und wenn ja, ab wann gilt eine regelmäßige Nutzung als relevant? Bei einer Nutzungsfrequenz von mindestens einem Online-Gang innerhalb von vier Wochen wie Infratest/Burke annimmt?

Hierbei ist die Fragestellung der betrachteten Studie entscheiden. Werden tatsächlich reine Nutzerzahlen ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung gesetzt, oder wird das Nutzerverhalten von Personen im Netz näher untersucht?

Betrachtet man Nutzerzahlen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, ergeben sich Probleme bei der Erhebung einer repräsentativen Stichprobe, da trotz ansteigender Computerdichte noch immer viele Haushalte keinen Computer, daraus folgend auch keinen Internet-Zugang haben. Um eine aussagekräftige Datenmenge zu erlangen muß ein Vielfaches der üblichen Personenzahl angesprochen werden, als dies bei Befragungen zu anderen Themen üblich ist.

Speziell die sozial schwächeren sowie die älteren Bevölkerungsteile haben, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung unterdurchschnittlich wenige Online-fähige Computer (vgl. GfK Online Monitor http://www.gfk.de) -verständlich, wenn man die hohen Anschaffungskosten eines solchen Gerätes bedenkt.

Die Bereitschaft zur Teilnahme an Befragungen zum Internet ist eng mit Sachkenntnis zu diesem Thema verknüpft. Nur wenige Laien werden an einer Befragung teilnehmen deren Inhalt sie nicht verstehen. Auch in diesem Fall ist die Repräsentativität der erfragten Daten nur unzureichend belegt. Expertenantwortverzerrungen täuschen einen professionelleren Umgang mit dem neuen Medium Internet vor als dies eigentlich der Fall ist.

Auch wenn den Studien große Fallzahlen zugrunde liegen, (wie im Fall der W3B Studie in deren Verlauf ca 25 000 Online-Fragebögen ausgefüllt und ausgewertet wurden) können Online-Befragungen immer nur ein systematisch verzerrtes Bild der Wirklichkeit ergeben. Ist der Forschungsgegenstand tatsächlich das Nutzerverhalten derjenigen die schon im Internet sind, mag diese Methode ausreichend sein, sollen aber gesamt-gesellschaftliche Phänomene rund ums Internet aufgezeigt werden hat die Online-Befragung große Mängel.
Repräsentativer ist es eine Panel-Telefonbefragung wie durch die GfK durchzuführen, was allerdings auch mit höherem Aufwand und daraus folgend höheren Kosten verbunden ist.

Steht das Online-Nutzerverhalten im Mittelpunkt der Fragestellung ergeben sich zusätzlich zu den bereits erwähnten definitorischen Problemen (-ab wann gilt ein Internet-Nutzer als solcher) auch die der sog. „Panel-Mortalität“ und der Tendenz der Antwortverzerrungen durch „soziale Erwünschtheit.“  So ist die Fluktuation bei Online-Panels ausgesprochen groß und sicherlich die Tendenz übermäßige Netz-Frequentierung, möglicherweise auch noch zur Betrachtung Bilder pornographischen Inhalts zu kaschieren gegeben. (Michael Schetsche in Lorenz Gräf 1997)

Fazit: Die von uns betrachteten Studien sind sehr unterschiedlich repräsentativ aber dennoch ausreichend um eine grobe Entwicklungslinie aufzuzeigen.

Soziodemographische Merkmale der Internet - Nutzer

"Der Cyberspace ist kein global village, sondern ein von lautstarken weißen Männern bevölkerter Vorstadtclub der westlichen amerikanisierten Mittelklasse." (Rainer Rilling On the other side of the web)

Grundsätzliches zuerst: Das Internet-Nutzerverhalten weist landestypische Spezifika auf. So unterscheiden sich beispielsweise US-amerikanische Nutzer signifikant von europäischen Nutzern. Im folgenden wollen wir unser Hauptaugenmerk auf die deutschen Online-Entwicklungen richten.
Zur weltweiten Entwicklung lediglich eine kurze Bemerkung: Die Anzahl der weltweit ans Netz angeschlossenen Länder ist seit 1994 von 70 auf Ende 1999 auf 170 Länder gestiegen.
Anfang 1999 waren - abhängig davon welcher Studie man am meisten Glauben schenken möchte – zwischen 10% und 20 % der Deutschen Online. Die GfK spricht im Februar 1999 von ca 8,4 Millionen deutschen Surfern (vgl. http://www.gfk.de )

Unabhängig von den variierenden Ergebnissen ist festzuhalten, daß ein enormes Wachstum der Nutzerzahlen stattfindet. Der GfK Monitor prognostizierte für Anfang 2000 10 Millionen deutsche Online-Nutzer.
Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind Internetnutzer – eng verknüpft mit der relativ neuen Entwicklung des Mediums Internet - verhältnismäßig jung. Das Gros der Internet- Anwender ist zwischen 20 und 39 Jahre alt, jedoch ist das Internet auf dem besten Weg alle Alterskohorten zu durchdringen "die Alterspyramide flacht zunehmend ab" (Fittkau und Maaß). Jugendliche wachsen mit dem Internet auf, höhere Altersklassen werden meist beruflich bedingt immer stärker mit dem Internet konfrontiert.

Noch immer ist ein Großteil der Internet-Anwender männlich. Mit steigender Popularität des Internet steigt gleichzeitig auch der Frauenanteil. Je nach Studie bewegt sich die Zahl der Frauen im Netz Ende `99 zwischen 22,6 und 33 %.

Wie die folgende Tabelle zeigt, existieren lediglich widersprüchliche Daten zur Altersstruktur der Internetpopulation (vgl. methodische Probleme).
 

Alter der Internet – Anwender

Alter W3B GfK Emnid/ComCult Bevölkerung
14-19 Jahre 6,5% 17,0% 13,0% 7,2%
20-29 Jahre 31,8% 28,0% 28,8% 15,3%
30-39 Jahre 32,6% 27,0% 25,7% 18,4%
40-49 Jahre 17,2% 18,0% 17,8% 15,2%
50 Jahre und älter 11,9% 10,0% 14,7% 44,0%

Quellen: WWW-Benutzer-Analyse W3B, Fittkau & Maaß 1999, Online-Monitor, GfK 1999, Online-Nutzung 1999/2000 von TNS Emnid und ComCult Research 1999

Nachstehende Tabelle belegt das verhältnismäßig hohe Bildungsniveau des durchschnittlichen Internetnutzers. Noch immer ist der Anteil der Abiturienten und Studierenden relativ groß, sicherlich hauptsächlich auf die langjährige Konzentration des Internets auf Universitäten und sonstige Forschungseinrichtungen zurückzuführen. (vgl Subkulturen im Netz – geschichtliches). Mit steigenden WWW-Nutzerzahlen reduziert sich deren Anteil jedoch zunehmend. 1996 überstieg die Zahl der Berufstätigen erstmalig die der noch in einer Ausbildung befindlichen Personen – an denen wiederum Studenten einen sehr großen Anteil ausmachen.
 

Berufsgruppen der Internet - Anwender

Berufsgruppe W3B Emnid/ ComCult GfK Bevölkerung
Selbständige, Freiberufler 15,1% 11,6% 11,6% 7,3%
Leitende Angestellte, Beamte k.A. 14,6% 13,2% 4,3%
Sonst. Angestellte, Beamte k.A. 32,6% 45,4% 43,5%
Angestellte, Beamte insg. 54,1% 47,6% k.A. 47,8%
Arbeiter k.A. 4,7% 4,4% 32,3%
In Ausbildung (Student, Azubi) 20,8% 29,3% 27.6% k.A.

Quellen: WWW-Benutzer-Analyse W3B, Fittkau & Maaß 1999, Online-Nutzung 1999/2000 von TNS Emnid und ComCult Research 1999, Online-Monitor, GfK 1999

In Verbindung mit dem hohen Bildungsgrad der Nutzer steht auch deren Einkommenssituation. So liegt der Anteil derjenigen Anwender, deren Haushaltsnettoeinkommen über 5.000 DM beträgt bei ca. 33%; zum Vergleich: Der Anteil dieser Einkommensklasse an der Gesamtbevölkerung beträgt nur 21,8%.
Speziell in Deutschland sind viele der Netznutzer in der Computerbranche oder in Computerverwandten Bereichen tätig, wobei hier durch die Durchdringung der Arbeitswelt durch Computer erstens die definitorischen Grenzen zunehmend verwischen und zweitens auch hier mit dem Aufstieg des Internets zum Massenmedium dieses Merkmal immer weniger gegeben ist.
Nach www.comcult.de/ccstudie/onsoziod.htm konzentrieren sich die Online-Nutzer auf die altern Bundesländer, nur 16,2% der Nutzer wohnen in den neuen Ländern. Außerdem wohnen verhältnismäßig viele der Nutzer in urbanen Regionen. 61,8% der von Befragten wohnen in Orten mit mehr als 100 000 Einwohnern, 38,2% in Orten mit weniger Einwohnern.

Fazit: der durschnittliche deutsche Internet-User ist trotz zunehmender Anpassung an die Verhältnisse der Gesamtbevölkerung noch immer jung, männlich, hat ein hohes Bildungsniveau, erreicht und wohnt in urbanen Regionen im Westen Deutschlands.

 

Nutzerprofile - Klassifikation der Nutzerarten

Nutzerprofile ist das nicht dasselbe wie die soziodemographischen Merkmale der Internetpopulation?

Sicherlich ergeben sich die Nutzerprofile aus den soziodemographischen Merkmalen, allerdings sollen die Nutzerprofile eine genauere Aufschlüsselung des Nutzerverhaltens auf die unterschiedlichen im Netz angebotenen Dienste ermöglichen.
Dabei wollen wir uns auf Ergebnisse der Fallstudie „Die Sozialwelt des Internet“ (http://sozweber.unibe.ch/ii/virt_d.html )berufen, die von Bettina Heintz und Christoph Müller mit dem Ziel anhand „qualitativer und quantitativer Erhebungen“ festzustellen, „inwieweit es im Internet zu einer virtuellen Vergemeinschaftung kommt“ (ebd.) durchgeführt wurde.

Da im Rahmen der Veranstaltung Soziologie des Internet auch das Thema der virtuellen Gemeinschaften behandelt wurde, soll an dieser Stelle lediglich auf die Arbeit einer anderen Arbeitsgruppe verwiesen werden, die sich dieser Studie angenommen hat. Dort finden sich Ergebnisse der Studie "Sozialwelt des Internet" in komprimierter Form. (vgl.: Vergemeinschaftung und Individualisierung)
Heintze und Müller untersuchen Dienste anhand der sich aus ihnen entwickelnden Netzwerke. Eine alternative Einteilung könnte die Klassifkation der Dienste anhand ihrer Wirkungsrichtung. So können Dienste an (Rupert Schmutzer, 1997, S.225 in : Lorenz Gräf, 1997) anlehnend als Dienste zwischen 

wirken.  

Theoretisches  

Soziologische Relevanz

Das Internet entwickelt sich seit Bestehen von einem rein militärisch genutzten Rechnernetz (vgl. Subkulturen im Netz - geschichtliches) zu einem zumindest einen Großteil der Erde umspannenden Massenmedium.

Es bietet mit seinen verschiedenen Diensten nicht nur Informationen aller Art, es kann als Kommunikationsmedium dienen, es entstehen Foren zu jedem beliebigen Thema; es werden digitale Städte errichtet die dem Internet seine Zweidimenssionalität nehmen sollen; virtuelle Räume entstehen, eine parallele Welt wird geschaffen. So oder ähnlich ist der Tenor aller Berichte um und über das relativ neue Medium Internet.

Unabhängig davon ob das Internet als Datenautobahn, oder Cyberspace, die Gesellschaft im Ist-Zustand als Informations- oder Erlebnisgesellschaft, unser Zusammenleben als immer mehr durch eine virtuelle Gemeinschaft geprägte Modell betrachtet wird, unabhängig also von all den angelegten Metaphern zu Beschreibung aktueller Prozesse ist unumstritten daß sich auf allen wissenschaftlich relevanten Ebenen, sowohl Makro-Soziologisch (beispielhaft seinen hier nur die Veränderungen der Arbeitsbeziehungen durch Telearbeit und Entschichtung durch Becks Individualisierungsthese genannt) als auch Mikrosoziologisch (auch hier seien nur beispielhaft Veränderungen im Sozialverhalten und Verlust der Kommunikationsfähigkeit aufgeführt) große Veränderungen passieren. Ob die Verwendung des Revolutionsbegriffes wie durch die Informationsgesellschaft als neue industrielle Revolution (Bundesministerium für Wirtschaft Hrsg., 1995: Die informationsgesellschaft. Fakten, Analysen und Trends, Bonn, S.3.) angebracht ist, ist vom bisherigen Standpunkt aus noch nicht abzuschätzen, großes Veränderungpotential ist aber sicherlich vorhanden.

Von der Prämisse ausgehend, daß die Einführung des neuen Mediums Internet zu gesellschaftlichen Veränderungen geführt hat und noch immer führt, wollen wir uns im Folgenden mit der Frage auseinandersetzen, ob sich diese Veränderung im kulturellen Subsystem niederschlägt und wenn ja auf welche Weise. Dazu sollen nach Klärung der Begriffe Kultur und Subkultur wobei eines Rückblicks in die Geschichte des Internet Indizien für die Entstehung einer netzeigenen Subkultur bestimmt werden.  

Kultur und Subkulturbegriff

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{~. _ .~}    {~. _ .~}       {~._.~}     {~+_+~}       {~__~}
     (Y)             (N)               (Y)             (Y)               (Y)
 ()~*~()       ()~*~()         ()~*~()       ()~*~()        ()~*~()
  (_)-(_)        (_)-(_)           (_)-(_)        (_)-(_)          (_)-(_)

  Koala          Koala             Koala          Dead         Sleeping
  Saying         saying            koala          koala
  yes              no

Aus: The Koala Bear Collection V1.0 by Rowan Crawford 1994
 

Kultur

Herkömmlich kann Kultur als
„ die Gesamtheit der Lebensformen, Wertvorstellungen und der durch menschliche Aktivitäten geformten Lebensbedingungen einer Bevölkerung in einem historisch und regional abgrenzbaren (Zeit-) Raum.“ (Hillmann, 1994) betrachtet werden.

Soweit so gut. Somit ist das Internet und dessen Umgebung Teil der Kultur unserer Zeit.
Tatsächlich ist das Internet aber noch mehr. Durch die das Netz kennzeichnende Merkmale (nicht-raumgebunden, asynchron, entkörperlicht, „limited bandwidth“, astigmatisiert, anonym)* überschreitet das Internet die Grenze von realen Bezügen zur Fiktion, von der realen zur virtuellen Welt.
„Der soziale Raum konstituiert sich in der virtuellen Gesellschaft nicht mehr aufgrund geographischer Gegebenheiten, sondern im Kontext komplexer Interessenskonstellationen“ (Achim Bühl, 1997, S.47 in Lorenz Gräf, 1997)

Subkultur

„Subkultur ist die Bezeichnung für die Lebensform eines Personenkreises oder Bevölkerungsteiles mit bestimmten Auffassungen, Werten, Normen, sozialen Strukturen und Verhaltensweisen (Lebensstil), die von jenen der jeweiligen Mehrheitskultur oder dominanten Kultur erheblich, deutlich und gegebenenfalls in konfliktträchtiger Weise abweichen.[..] Die Entstehung von Subkulturen wird durch bestimmte gemeinsame Merkmale von Personen begünstigt, z.B. Alter, Geschlecht, Beruf, ethnische Zugehörigkeit, Weltanschauung, soziale Schicht.“( Hillmann, 1994)

Genauer kann Subkultur als
,, ein Teil einer konkreten Gesellschaft, der sich in seinen Institutionen, Bräuchen, Werkzeugen, Normen, Wertordnungssystemen, Präferenzen, Bedürfnissen usw. in einem wesentlichen Ausmaß von den herrschenden Institutionen etc. der jeweiligen Gesamtgesellschaft unterscheidet" (Schwendter 1971)
definiert werden.

Als Subkultur kann also eine Personengruppe betrachtet werden die sich eine vom gesamtgesellschafltichen Rahmen abweichende  Identität gibt. Äußere Kennzeichen wären also beispielsweise Gemeinsamkeiten wie Kleidungsstil (vgl „dress for comfort“) gemeinsame Traditionen (vgl. „Subkulturen im Netz-geschichtliches“ ), gemeinsame Regeln (vgl. Nettiquette) und eine gemeinsame Ideologie (im Fall der Internetpioniere das „Primat des möglichst ungehinderten Datenflusses“( http://www.duplox.wz-berlin.de/ )

Im Folgenden werden wir uns einiger der angesprochen Indizien für die Existenz einer netzeigenen Subkultur widmen und einige Gruppen im Netz skizzieren.
 

Subkulturen im Netz

Zur Geschichte

"Gut ein Jahrzehnt war das Internet eine exklusiv militärische, ein weiteres Jahrzehnt dann eine militärische und zugleich technisch-wissenschaftliche (akademische) Angelegenheit; mittlerweile endlich ist es eine militärisch-politische und kommerzielle und in sehr schwachen Ansätzen zugleich zivilgesellschaftliche Veranstaltung." (Rilling 1995/96)

Dieser Teil unserer Arbeit soll erstens einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Entstehung und Ausbreitung des Internet geben und gleichzeitig erste Hinweise auf eine sich darin entwickelnde Subkultur aufzeigen.

1957, der kalte Krieg ist in vollem Gange. Die ARPA (Advanced Research Projects Agency) wird Gegründet. Diese soll die militär-technologische Weiterentwicklung der USA vorantreiben.

Ein Projekt der ARPA ist es, in einem atomar geführten Krieg trotz des möglichen Ausfalls großer Teile der militärischen Infrastruktur noch Handlungsfähig zu bleiben.1 (Rilling, 1995/1996) Mittel dazu ist ein Netz, in dem jeder Netzknoten mit jedem anderen Netzknoten verbunden ist.
Es werden Forschergruppen der Rand-Corporation, des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of California (UCLA) mit dem Auftrag der Realisierung betraut. Paul Baran, Mitarbeiter der Rand-Corporation hat die Idee Informationen in einzelne Datenpakete zu zerteilen und getrennt voneinander zu verschicken.

1968 erhält die Bolt Beranek Newman Inc. (BBN) den Auftrag ein paket-vermitteltes Netzwerk zu bauen. Sie entwickelt den IMP (Interface Messaging Processor), einen den Rechnerknoten vorgelagerten Daten-Übersetzer; dieser ist Grundvoraussetzung zur Kommunikation im Netzwerk.

1969 werden die ersten vier Rechner  des ARPANET2 miteinander verbunden. Neben der militärischen Nutzung bekommt auch die Nutzung des ARPANET durch die Rüstungsforschung mehr Gewicht.

Erstaunlicherweise sind Auftraggeber und Entwickler der neuen Technologie Ideologisch aus völlig gegensätzlichen Lagern. So entsteht aus dem technikfreundlichen Teil der kalifornischen Hippiebewegung eine neue Arbeiteraristokratie - die Programmierer und Entwickler welche links-alternatives Gedankengut (vgl: Nettiquette) und unternehmerischen Geist verbinden.(Barbrook/Cameron, 1997)

Aus dieser Zeit stammt auch die Geschichte über die Programmierung von UNIX, lange Jahre dominierendes Betriebssystem: Ken Thompson habe sich beim Spielen von Space Travel so sehr über die geringe Leistung seines Computers geärgert, daß er zusammen mit Dennis Ritchie auf einem ungenutzten Rechner ein Programm entwickelt, das später dann UNIX werden sollte. Wenn man Legenden als Teil einer Kultur betrachtet (vgl. Kultur/Subkulturdefinition) besteht hier ein eindeutiger Hinweis auf die Existenz einer Internetsubkultur - Legenden über die Entstehung von Software gibt es zu Hauf.

In der Literatur uneinheitlich beschrieben, bestehen seit Beginn der 70er Jahre parallel zwei Namen für das entstandene Netz. ARPANET und DARPANET (Defense Advanced Research Projects Agency). Im folgenden sei der Einfachheit halber nur die Rede vom ARPANET.

1972 wird ARPANET zum ersten Mal öffentlich vorgestellt.

Parallel zur Entwicklung des ARPANET entwickeln sich in anderen Industrieländern ähnliche Netze (Frankreich CYCLADES, Deutschland HMI-Net I/II, BERNET I/II)

1977 entwickeln Vincent Cerf und Robert Kahn das TCP/IP Protokoll, noch heute gültiges Datenverschlüsselungs- und Übertragungsprotokoll.

Ende der 70er Jahre entstehen Usenet und UUCP.

1982 werden vier Netze  zum Internet - Projekt zusammengeführt.3

1982 wird von der Universität in Berkeley 4,2 BSD UNIX mit integriertem TCP/IP- Protokoll kostenlos bereitgestellt und verbreitet sich sehr schnell unter Studenten, überhaupt stellen neben Teilnehmern aus dem Bereich Militär Wissenschaftler und Studenten den größten Teil der Netznutzer.

Mit der Gründung von Compuserve 1983 beginnt die Komerzialisierung (vgl.: Materialien) des Internet.

Das Milnet - als rein militärisches Netz - spaltet sich vom Wissenschaftsnetz DARPANET ab, es bleiben jedoch Verbindungen zwischen beiden bestehen. Diese Verbindung heißt DARPA Internet, später wird daraus der Name Internet.

Im November 1988 schickt Robert T. Morris seinen "Internet Worm" durchs Netz. Dieser funktioniert Virenähnlich und lähmt Tausende Rechner. Die Schlagzeilen gehen um die Welt, das Internet wird über Nacht bekannt.

Seit 1988 steigt, unter anderem bedingt durch die Verbreitung des gemeinsamen Protokolls TCP/IP die sinkenden Rechnerpreise4  die Verbesserung der Glasfasernetze, die Zahl der Hosts im Netz explosionsartig an. (Quelle: http://ig.cxs.tu-berlin.de/ld/511/Reader/www/A/index.html)

Immer mehr Netze werden gegründet und fusionieren oder spalten sich voneinander ab. Das heutige Internet 1989 offiziell aus dem ARPANET hervorgegangen besteht aus vielen eigenständigen über das allen gemeinsame Datenübertragungs-Protokoll TCP/IP kommunizierende Teilnetzen.

1990 werden die Rechner des ARPANET ausgeschalten.

1991 schreibt Linus Benedict Torvald Linux und beginnt - so eine weitere Legende ums Netz- Bill Gates, dessen Microsoft Produkte nahezu Monopolcharaker erlangt haben das Fürchten zu lehren.

Im April 1994 verschickt die Anwaltskanzlei Canter & Siegel eine elektronische Postwurfsendung per Mail. Darauf bringen 30 000 Mails aufgebrachter Empfänger der Junk-Mail Deren elektronischen Briefkasten zum Überlaufen und das System zum Crash. Spamming - das versenden von Datenmüll ist streng verboten. (Vgl: Nettiquette)
 

Indiz für die Existenz von Subkulturen:

Eigene Regeln - die Nettiquette

Um der Frage nach der Existenz einer oder mehrerer Internetsubkulturen nachzugehen, gilt es zunächst Indizien für deren Bestehen zu sammeln. Wie bereits beschrieben gehören zu einer Subkultur bestimmte Merkmale - eines dieser Merkmale sind eigene Regeln (vgl. Kultur - und Subkulturbegriff). Solche Regeln gibt es im Internet in Form der Nettiquette.

Der Begriff Netiquette setzt sich aus den englischen Wörtern net und etiquette zusammen und beschreibt einige Verhaltensempfehlungen die im Netz gelten und zwei wichtige Bereiche des Internets abdecken: Die Interaktion der Internetteilnehmer, sowie den Datenfluß im Netz.
Zielsetzung der Nettiquette ist also Verhaltensrichtlinien für den richtigen Ton im Netz zu geben und möglichst ungehinderten freien Datenfluß zu gewährleisten. Allerdings stellen sie - nicht zuletzt wegen fehlender Sanktionsmöglichkeiten der Internetwächter (s.u.) - lediglich Empfehlungen, keine Vorschriften dar.

Nach http://www.albion.com/nettiquette/corerules.html sind die zehn wichtigsten Regeln die folgenden. Dabei erklären sich einige Regeln von selbst, andere benötigen eine kurze kursiv geschriebene Erklärung.

1: Denke immer daran, daß dein Gegenüber ein Mensch ist

2: Benimm dich Online genauso wie Offline

3: Passe dich auch im Cyberspace den jeweiligen Lokalitäten an
In unterschiedlichen Services gelten unterschiedliche Verhaltensregeln. So wird beispielsweise Werbung im WWW toleriert in den Newsgroups nicht.

4: Respektiere die Zeit und die Übertragungsleistung anderer Leute
Die Menge des Datenflusses ist endlich, daher sollten keine großen Datenmengen verschickt werden.

5: Versuche ein möglichst gutes Bild abzugeben

6: Teile dein Wissen.
Durch die explosionsartige Verbreitung des Internet stoßen täglich neue Nutzer zur Internetgemeinde. Aufgrund des relativ hohen Wissens das nötig ist um sich im Netz zurechtzufinden sind alle erfahrenen Nutzer dazu aufgerufen ihre Kenntnisse zu teilen und zu verbreiten.

7: Lasse Dispute nicht ausufern und helfe Dispute anderer zu begrenzen5
Speziell in den Newsgroups oder in chats können Diskussionen ausufern und in bösen  Beschimpfungen enden. Diese sollten ein „bestimmtes Maß“ nicht überschreiten.

8: Respektiere die Privatsphäre anderer.

9: Mißbrauche Deine Macht nicht.
Systemadministratoren könnten aus- und eingehende Daten mitlesen. Die Regeln Nummer 8 und 9 richten sich speziell an diese Gruppe.

10: Verzeihe die Fehler anderer

Wie bereits beschrieben fehlt diesen Regeln die Verbindlichkeit. Praktisch ging und geht mit dem Wandel des Internet vom exklusiven Medium weniger Experten zum Massenmedium auch ein Wertewandel einher.
Das  Internet, ursprünglich als Austausch- und Kommunikationsforum konzipiert, wurde von wirtschaftlichen Interessengruppen vereinnahmt. Mittlerweile haben viele Unternehmen das Internet als Plattform der Selbstdarstellung entdeckt; Güter werden im Netz angeboten und verkauft, viele User gehen Verträge mit kostenpflichtigen Providern ein. (vgl. Kommerzialisierung des Netz: http://www.student.informatik.tu-darmstadt.de/~koetting/welcome.html ).

Die an zahlreichen „bottlenecks“ des Internet postierten Sytemadministratoren, lange Hüter über die Einhaltung der Nettiquette - beziehungsweise anderer Regelwerke mit ähnlichem Hintergrund (RFC`s, RTFM`s, FAQ`s)- geben zunehmend ihren Widerstand gegen die Nichteinhaltung der Regeln auf. Das Internet ist mittlerweile zu groß und unkontrollierbar geworden. (vgl.: http://www.eff.org )
 

Fazit: Regeln, von uns als Indiz für die Existenz einer Subkultur betrachtet, scheinen im Internet eine kontinuierlich abnehmende Rolle zu spielen. Möglicherweise ist dies ein Hinweis darauf, daß bestehende Internet-Subkulturen, durch die Vermarktung ihres Mediums, schwinden.
 

Kleidungsstil - „dress for comfort“

Subkulturen versuchen sich eine Identität zu verschaffen und diese auch für Außenstehende erkennbar zu präsentieren. (vgl.: Kultur und Subkulturbegriff). Ein weiteres Indiz für die Existenz einer Subkultur um das Netz oder im Netz ist daher der einheitliche Kleidungsstil vieler Experten im Netz.

Speziell das unkommerzielle Betriebssystem Unix hat eine große Fangemeinde unter den Usern, die sich unter anderem durch einen eigenen Kleidungsstil - den „dress for comfort“ von restgesellschaftlichen Strömungen unterscheiden.

Der „dress for comfort“ ist, wie sein Name bereits erklärt, ein Kleidungsstil, der sich am „bequemen Freizeitstil der Hippiegeneration“      ( http://www.sozweber.unibe.ch/ii/virt_d.html) orientiert.
Möglichst bequem und praktisch soll er sein, daher gehören Bart, Sandalen, Jeans und T-Shirt zur Uniform der Unixgemeinde. „The Tao of IETF. A Guide for new Attendees of the Internet Engeneering Task Force“ sagt über die Kleiderordnung bei IETF (Internet Engeneering Task Force):

"Seriously though, many newcomers are often embarrassed when they show up Monday morning in suits, to discover that everybody else is wearing t-shirts, jeans (shorts, if weather permits) and sandals. There are those in the IETF who refuse to wear anything other than suits.
Fortunately, they are well known (for other reasons) so they are forgiven this particular idiosyncrasy." (RFC 1718)

Existierende Gruppen im Netz

Ein Blick in die Geschichte des Netz zeigt einige Charakteristika der Gruppen im Netz.

Die Demokratisierung-, Liberalisierungs- und Emanzipationstendenzen der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts trafen, zumindest was die westlichen Industrieländer betrifft auf einen technischen Fortschritt von enormem Ausmaß. Es bildet sich eine neue Gruppe, die heutige Informationselite. Diese neue Schicht ist nicht nur politisch interessiert und engagiert, sondern auch technisch. Besonders in den USA, dem Mutterland des Internet entstehen sogenannte "start-ups", kleine Computerbastelstuben, von denen nicht wenige Weltruf erlangten - nicht umsonst versucht Hewlett Packard in einer aktuellen Werbung an diese Zeit zu erinnern.

Alle diese kleinen Einheiten tragen ihr technologisches Wissen und ihre Ideologie zu einem Produkt zusammen, dem Internet. Dessen heutige Struktur hat sich nicht geplant entwickelt, sondern als Flickwerk am Gesamten. Neue Aktivisten werden rekrutiert, neue Ideen entwickelt. Ideologie und Struktur des Internet miteinander verwoben.

Ideologie im Internet

Auf die Netz-Aktivisten der ersten Generation zurückgehend sind Informations-, Rede- und Meinungsfreiheit - innerhalb der Regeln der Nettiquette- die höchsten ideologischen Güter im Netz.6

Nachdem wir in den bisher behandelten Abschnitten nun einige Indizien für die Existenz von Subkulturen skizziert haben, sollen nun die zwei prominentesten Gruppen im Netz vorgestellt werden. Gemeinsam ist allen diesen Gruppen die ideologische Basis, interpretiert wird diese jedoch auf unterschiedliche Weise.

Hacker

Nach G. Steeles Hackers Dictionary können Hacker anhand von 7 Kriterien von Normalusern unterschieden werden.

Hacker

Ein perfekter Hack wird als

Damit können Hacker also als informationshungrige aber harmlose Computerexperten charakterisiert werden.

"We want to explore the system, we don`t want to do any damage, we don`t want to steel anything." (ebd.)

 

Cracker

Eine Variante der Hacker. Unterschiede zwischen Hackern und Crackern liegen in ihren Zielen. Cracker verfolgen wirtschaftliche Ziele, d.h. sie brechen in Computersysteme ein, machen auf die Unsicherheit des Systems aufmerksam und drohen mit Angriffen auf Daten, sollten ihren Wünschen nicht entsprochen werden.

 

Zusammenfassung

In den verschiedenen Absätzen unserer Arbeit meinen wir zwei Entwicklungslinien behandelt zu haben.

Einerseits haben wir festgestellt, daß sich im oder ums Netz verschiedene Gruppen mit eigenen Verhaltens- und Kleidernormen entwickelt haben. Diese Gruppen gleichzeitig auf eine gemeinsame Geschichte und eine gemeinsame Ideologie zurückgreifen, sich Legenden teilen.

Andererseits entwickelt sich das Medium Internet beständig weiter. Die Entdeckung des Internet durch wirtschaftliche Interessen, sowohl als Medium der Präsentation als auch als neues Konsumgut trägt zu seiner massenhaften Verbreitung bei.

Ohne diese beiden Entwicklungsstränge zu bewerten bleibt uns festzuhalten, daß eine Nischenkultur, eine Subkultur dann ihren Status als solche verliert, wenn sie Allgemeingut wird. Mit dem Aufstieg des Internet zum Massenmedium werden die Außengrenzen der Internetkultur perforiert.

Sollte es eine Subkultur im Internet geben und Indizien dafür konnten wir zahlreich feststellen, dann ist diese Subkultur auf dem besten Weg ihrer Auflösung.

 

Literatur

Barbrook, R./Cameron, A. (1997): Die kalifornische Ideologie. In: Nettiquette (Hrsg: Netzkritik. Materialien zur Internet Debatte. Berlin, S.15-36.

Bühl, A.(1997): Die virtuelle Gesellschaft- Ökonomie, Politik und Kultur im Zeichen des Cyberspace in: Gräf, L./Krajewski, M.(1997): Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen Web-Werk, S. 39-59.

Bundesministerium für Wirtschaft Hrsg. (1995): Die informationsgesellschaft. Fakten, Analysen und Trends, Bonn.

Eckert, R./ Vogelgesang, W./ Wetzstein, Th. A. /Winter, R. (1991): Auf digitalen Pfaden. Die Kulturen von Hackern, Programmierern, Crackern und Spielern, Opladen.

Gräf, L./Krajewski, M.(1997) (Hrsg): Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen Web-Werk, Frankfurt a. M.

Gräf, L (1997): Locker verknüpft im Cyberspace - Einige Thesen zur Änderung sozialer Netzwerke durch die Nutzung des Internet, in: Gräf, L./Krajewski, M.(1997) (Hrsg) Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen Web-Werk, Frankfurt, S.99-124.

Hillmann (1994): Handwörterbuch der Soziologie, Stuttgart.

Rilling, R. (1995/1996) EnterNet. In: Ahrweiler, G. /Rilling, R. /Schellhase, R. (1995/1996) Soziologische Ausflüge. Festschrift für Hans Jürgen Krysmanski, Opladen. Oder http://www.uni-marburg.de/~rillinger/dweb/texte/enter.html

Raymond, E. (1996): The new hacer`s dictionary, Boston.

Schetsche, M. (1997): Sexuelle Botschaften via Internet - Ausgewählte Ergebnisse einer explorativen Studie, in: Gräf, L./Krajewski, M.(1997) (Hrsg.): Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen Web-Werk, Frankfurt, S.235-256.

Schmutzer, R. (1997): Vorstellungen über die Merkmale und die Folgen neuer Medien, in: Gräf, L./Krajewski, M.(1997)(Hrsg): Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen Web-Werk, Frankfurt, S.216-234.

Wetzstein, Th. A./Dahm, H. /Steinmetz, L./ Lentes, A./Schampaul, St. /Eckert, R. (1995) Datenreisende. Die Kultur der Computernetze, Opladen.

Schwendter, R.(1971): Theorie der Subkultur, Köln.

Rainer Rilling "On the other side of the web"

 

Links

http://www.gfk.de

 

www.comcult.de/ccstudie/onsoziod.htm

 

http://www.duplox.wz-berlin.de/

 

http://ig.cxs.tu-berlin.de/ld/511/Reader/www/A/index.html

 

http://www.sozweber.unibe.ch/ii/virt_d.html

 

http://www.albion.com/nettiquette/corerules.html

 

http://www.student.informatik.tu-darmstadt.de/~koetting/welcome.html

 

http://www.eff.org

 

Fussnoten

1 Bereits in diesem Punkt bestehen widersprüchliche Aussagen. So beschreiben Katie Hafner und Mathew Lyon in ihrem Buch: ARPA.Kadabra - des Geschichte des Internet ebendieses ediglich als wahrgewordene Utopie einiger Wissenschaftler, deren einziges Anliegen es war wissenschaftliche Ressourcen besser teilen zu können.

 

2 University of California (UCLA), University Santa Barbara, Stanford Research Institute, University Salt Lake City

 

3 Es werden das ARPANET, das paketvermittelte Funknetz, das paketvermittelte Satellitennetz und ein beim XEROX Research Center bestehendes Ethernet zusammengeführt.

 

4 Hätten sich die Kosten eines Volkswagens von damals in der gleichen Weise reduziert [wie die Preise für hardware], würde er heute 6 DM kosten. (Eckert et al, 1991)

 

5 Der Originaltext lautet: "Help keep flame wars under control"

 

6 Als Symbol für "free speech" im Netz steht die "Blue Ribbon", ein der roten Aids-Awareness Schleife entsprechendes Zeichen.

 

* Nach Gräf (1997) beschreibt die Nicht-Raumgebundenheit die Unabhängigkeit des Netz von geographischen Bezügen, Asynchronität die Unterschiedlichen Zeitpunkte des Erzeugens und des Abrufens von Informationen, Enkörperlicht die Ungreifbarkeit der Austauschgüter, die limited bandwidth die Beschränkung von sinnlicher Erfahrung durch das Zwischenglied Computer in der Interaktionskette, Nicht-Stigmatisiertheit und Annonymität liegen nahe beissammen. Durch Beurteilung des Gegenübers anhand seiner virtuellen Identität fehlen Vorurteile und ähnliches. (Gräf in Gräf S.102).